Es war irgendwann in den 60er-Jahren. Ich war zu einem Besuch bei Roland, einem Jungen aus der Verwandtschaft, einige Jahre älter als ich. Er hatte sich einen Detektorempfänger gebastelt. Ich durfte am Abstimmknopf drehen und ich hörte tatsächlich ganz leise Töne im Kopfhörer. Das hat mich damals unheimlich fasziniert. Sowas wollte ich auch machen!
Zu Weihnachten bekam ich dann den Kosmos-Kasten „Radiomann“ geschenkt. Ich machte meine eigenen Versuche und baute Detektorempfänger in allen Varianten.
Anfangs habe ich einen Kristalldetektor als Gleichrichter verwendet. Der Kristalldetektor besteht aus kleinen Stück Pyrit, welches in einer Metallfassung gehalten wird. Mit einer kleinen beweglichen Metallfeder musste man die richtige Stelle auf dem Pyrit finden, die einen Gleich-richter-Effekt aufwies. Das erforderte sehr viel Geduld. Später habe dann Germaniumdioden verwendet.
Damit überhaupt ein Empfang möglich war, wurde vom Dachbodenfenster bis zu einem hohen Baum im Garten eine Hochantenne aufgespannt. Damit konnte ich den Sender Mühlacker des SDR auf Mittelwelle 576 kHz gut hören.
Bald folgten Empfänger mit Transistor-Verstärker und Lautsprecher, sowie andere elektronische Schaltungen.
In meinem Zimmer hatte ich mir eine kleine Bastelecke eingerichtet. Ich versuchte, auf dem Sperrmüll erbeutete Radios wieder zum Leben zu erwecken. Wenn das nicht gelang, wurden die Apparate ausge-schlachtet und die Bauteile in Schachteln und Kisten einsortiert.