Herd für Grosswäsche

Waschkessel

Von den vielen Tätigkeiten im Haus, war die große Wäsche eine besonders zeitraubende und körperliche Schwerarbeit, ehe der technische und chemische Fortschritt Einzug hielt und dadurch vieles vereinfachte. Die Mühe des Waschtags lässt sich heute kaum noch ermessen.
Die Wäsche wurde sortiert und in einer Lauge mit Henko (Waschmittel zum Einweichen) am Vorabend eingeweicht. Nächster Arbeitsgang war das Ausbürsten mit Kernseife auf dem Waschtisch. Danach wurde die Weißwäsche im holzbefeuerten Waschkessel mit dem Waschmittel Persil gekocht. Persil war Seife mit Bleichsoda.
Mit einem großen Holzlöffel wurde dann die Wäsche in einen Holzzuber befördert und mit Seife und dem Waschbrett oder mit dem Wäschestampfer nochmals bearbeitet . Der schwerste Arbeitsgang war das Spülen und Auswringen der Wäsche. Erleichterung brachten die Wäschepressen. Die Seifenlauge wurde gesammelt, um darin die Arbeitskleidung und die Strümpfe zu waschen. Auch als Putzwasser fand es Verwendung.

Waschkessel mit Holzfeuerung

Der Waschkessel ist ein mit Holz und Kohle beheizbarer Behälter, der zum Erhitzen von Wasser bzw. Waschlauge diente und in der die Wäsche verkocht wurde. Die Bestandteile eines Waschkessels sind eine runde Wanne aus Kupfer oder Stahlblech mit Deckel und ein Unterbau für das notwendige Feuer. Der Unterbau war entweder gemauert oder aus Gusseisen. Zum Entleeren waren am  Kessel zwei  Handgriffe angeschweißt. Außer zum Waschen wurde der heizbare Kessel auch bei den Hausschlachtungen verwendet. Später wurde er durch die Waschmaschine abgelöst und wird heute noch als Pflanzgefäß für Blumen verwendet.

Doris Weigele