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ZwischenZeit-Artikel:

R i t u a l e. - Editorial
Rituale – dunkle Kräfte, die unsere Existenz mitbestimmen. 
Neue Rituale für  die Menschheit. 
Kinder brauchen Rituale. 
Sonntagsruhe.
Ein Hüttenwirt erzählt. 
Alltagsrituale.

R i t u a l e. – Editorial

Rituale – dunkle Kräfte, die unsere Existenz mitbestimmen.  Rituale sind Fixpunkte im Leben, die uns ein Gefühl der Sicherheit und des Eingebunden seins in eine Gemeinschaft  vermitteln. Denn bekannte und bewährte Abläufe machen unser Leben in allen Bereichen einfacher.

Neue Rituale für  die Menschheit.   Diese Glosse zur neuen europäischen DSGV (Datenschutzgrundverordnung) bemängelt, dass den Datenkraken der Friedhof, ein „Bereich mit hoher Zuzugsquote“,  entgangen ist! Und fordert, das militärische  Ritual öffentlicher Empfänge zu verändern.

Kinder brauchen Rituale.   Vom Morgen bis zum Abend, vom Zähneputzen bis zur Gute-Nacht-Geschichte, brauchen alle Kinder einen verlässlich geregelten Alltag, der ihnen Sicherheit und Geborgenheit bietet. Neben den Geburtstagen ist  für sie der erste Schultag ein wichtiges Ereignis.

Sonntagsruhe.   Der Sonntag unserer Kindertage verlief immer in gleicher Weise. Schön langweilig für die Kinder, erholsam für die von der Arbeitswoche erschöpften Erwachsenen. Heilig war deren Mittagsschlaf, der nicht gestört werden durfte, von nichts und niemandem.

Ein Hüttenwirt erzählt.   Hoch droben in den Lechtaler Alpen pflegt ein Hüttenwirt mit dem Hackbrettwecker je nach Wetterlage die Wanderer zwischen 5:45 und 6:30 Uhr aus dem Matratzenlager zu holen.

Alltagsrituale.   Hierin wird die Frage „Was ist der Unterschied zwischen Ritual und Gewohnheit“ im täglichen Leben erörtert.

Für die ZwischenZeit-Redaktion: Sabine Wenzel


Rituale – dunkle Kräfte die unsere Existenz mitbestimmen.

Rituale findet man überall, in allen Kulturen und Lebenswelten. Ohne Rituale gäbe es überhaupt keine Kultur. Von den Steinzeitmenschen bis in die Gegenwart, bestimmten und bestimmen Rituale die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Die ersten Rituale werden wohl jagdlicher und religiöser Natur gewesen sein.
Rituale sind Inszenierungen von hoher symbolischer Bedeutung, die immer aufs Neue, gleichartig aufgeführt werden. Das heißt aber nicht, dass sie starr und unabänderlich sind, ja man kann sie sogar als Antrieb gesellschaftlicher Veränderungen sehen, wie die Forscher feststellen konnten. Was genau der wirksame Teil eines Rituals ist, erforschen die Wissenschaftler immer noch. Erste Theorien, wie die sozialen Verbundkräfte ihre Wirkung entfalten, gibt es schon. Mittlerweile wurde klar, dass Rituale nicht Reste einer archaischen Kultur sind, sondern Faktoren, die auch aktuell ihren Einfluss ausüben und Werte schaffen sowie politische und soziale Perspektiven aufzeigen.
Rituale wecken und steuern Emotionen. Sie fördern das Gefühl, Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft zu sein, die durch Rituale zusammengehalten wird, im positiven wie auch im negativen Sinne. Rituale können die Architektur einer Gemeinschaft, zum Guten wie zum Bösen formen. Sie können einbinden oder ausschließen, sie können Konflikte anheizen, aber auch schlichten.
Wir geben uns kaum Rechenschaft darüber, was für einen Einfluss auf unseren Alltag Rituale haben, ob es nun um religiöse oder ganz profane Abläufe geht. Sie strukturieren einen großen Teil unseres allzeitlichen Daseins, selbst wenn man sie gar nicht so bewusst wahrnimmt. Erst wenn ein Ritual aus irgendeinem Grund ausfällt, merken wir, dass uns etwas fehlt und dass alles irgendwie anders ist. Rituale sind eben Handlungsabläufe, die zu festgelegten Zeiten stattfinden und einem wiederkehrenden Programm folgen.
Rituale sind Fixpunkte im Leben, sie verleihen Stabilität und Eingebunden sein. Sie können uns helfen, Tage, Wochen oder auch ganze Jahre zu strukturieren, gleichzeitig vermitteln sie ein Gefühl von Sicherheit. Man muss sich auf nichts Neues einstellen, denn Altbekanntes und Bewährtes machen das Leben einfacher.
Zumal für Kinder sind Rituale äußerst wichtig. Kinder suchen und finden Halt in ihnen, noch viel mehr als Erwachsene. Weil Rituale Orientierung geben, in einer komplizierten Welt und vertraute Rückzugsräume bieten. Der ritualisierte Tagesablauf, vom morgendlichen Zähneputzen bis zum Abendgebet, gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit und bildet den Rahmen für ihr Tagesprogramm.
Manche Rituale können einen Vorgang veredeln und ihn aus dem Alltäglichen hervorheben. Wichtig sind Rituale auch innerhalb der Familie, sie sorgen für Wohlbefinden und Zusammenhalt. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang  die größeren Rituale wie Weihnachten, Ostern, Geburtstage, Hochzeiten, Taufen u.a.
Aber die wissenschaftliche Forschung muss noch ganz tief in die Phänomene der Rituale eindringen, um sie wirklich zu verstehen  Erst daraus entstehen überhaupt neue Denkansätze und eventuell ein Gewinn für die ganze menschliche Gesellschaft.

                                                                 Text: Walter Graef